Cie. Freaks und Fremde spielt Franz Kafka

Am 17.11.2018 um 19.30 Uhr im Paul-Wunderlich-Haus Eberswalde

Zeitlos schrecklich und tief sind die Ängste Franz Kafkas.
Die Gedanken von Kafkas Baubewohner offenbaren ein von Vorurteilen geprägtes manisches Sicherheitsbedürfnis, das dieser Tage wieder durch die Köpfe und Diskurse geistert und unmenschliche Konsequenzen hat.

Der Baubewohner weiß, was richtig und falsch ist. Mit seiner Stirn hat er sich ein Paradies in den Waldboden gegraben und lebt dort in sicherer Entfernung zur Gesellschaft.
„Dein Haus ist geschützt, in sich abgeschlossen. Du lebst in Frieden, warm, gut genährt, Herr, alleiniger Herr über eine Vielzahl von Gängen und Plätzen, und alles dieses willst du hoffentlich nicht opfern, aber doch gewissermaßen preisgeben …“
Der von ihm selbst gestaltete unterirdische Bau dient seinem Bewohner als Schutzraum und Vorratskammer. Hier kann er in Ruhe leben, sich an seinen Vorräten laben und ausgedehnte Spaziergänge durch das vertraute Labyrinth unternehmen.
Doch ist der Bau auch wirklich sicher? So sehr er sie ignorieren will – es gibt sie doch, die Welt da draußen. Ein Geräusch weckt die Angst des Baubewohners: Sie werden kommen. Sie wollen an seinem Wohlstand teilhaben. Sie wollen ihn vernichten. Wer aber ist »er« und wer sind »sie«?
Ein Theaterthriller über Isolation, Angst und Einsamkeit.
Mit ihrer Produktion „DER BAU“ besinnen sich Sabine Köhler und Heiki Ikkola als künstlerischer Kern der Cie. Freaks und Fremde ganz auf die Basis ihres Könnens – akribisches Puppenspiel und konzentrierte Sprachbehandlung, im Zusammenspiel mit kongenialem Licht- und Sound-Design.

Tickets: www.public-tickets.de / Hotline: 03337-425730 / Touristinfo Steinstraße

Ein Hörstück für zwei Stimmen, eine Puppe und einen Sounddesigner.

Spiel, Regie, Szenografie Sabine Köhler und Heiki Ikkola
Musik und Sound-Design Nikolaus Woernle
Licht-Design Josia Werth

Sonderausstellung im Kleinen Kuppelsaal »FrauenZimmer«

Malerei und Künstlerpuppen von Laura Wunderlich-Metelmann

Die 46-jährige Hamburgerin Laura Wunderlich-Metelmann wuchs in einem Elternhaus auf, in dem Kunst und Ästhetik den Alltag prägten. Das Leben in der steten Nachbarschaft des Kunstbetriebes, in den ihre Mutter, Karin Székessy, als erfolgreiche Fotografin und natürlich ihr Vater, Paul Wunderlich, als Maler und Grafiker von europäischem Rang eng verwoben waren, bot Inspiration und Einblicke. Familie war für Paul Wunderlich nicht nur ein bestimmendes Thema seiner bildnerischen Arbeit – die enge Bindung und der Austausch mit seiner Tochter Laura und deren Familie war ihm sehr wichtig. Er war Laura nach ihren Studien des Textil-Managements und des Freien Zeichnens Lehrer und Kritiker. Zugleich aber auch Impulsgeber in den Jahren, in der die eigene Familiengründung Lauras künstlerische Arbeit in den Hintergrund drängte. Seit dem Tod des geliebten Vaters widmet sich Laura Wunderlich wieder regelmäßig der Malerei und Textilgestaltung. Der Einfluss ihres Mentors ist unverkennbar.

Sujets und der manieristisch geprägte Malstil sind Zeugnis der elterlichen Schule. Sie hat das Erbe des Vaters angetreten. Die handwerkliche Perfektion und unterkühlte Ästhetik werden durch eine weibliche, intuitive Herangehensweise gebrochen. Lauras Arbeiten muten wie Alltagsfluchten an. Sie reflektiert in ihnen eigene Ängste und Befindlichkeiten, taucht ein in innere Traumwelten – „malt sich Dinge von der Seele“. Noch sind es „Tochter-Bilder“. Sie machen neugierig auf die weitere Entwicklung dieser jungen Künstlerin.

Der Freundeskreis Paul-Wunderlich-Stiftung e.V. präsentiert ihre Arbeiten als Sonderausstellung im Kleinen Kuppelsaal des Paul-Wunderlich-Hauses mit dem mehrdeutigen Titel  „FRAUENZIMMER“. Die Werkschau wird ergänzt durch Fotos von Karin Székessy. Sie inszenierte Künstlerpuppen aus dem Œuvre ihrer Tochter.