16 Uhr – Vernissage im Kleinen Kuppelsaal »FrauenZimmer«

Malerei und Künstlerpuppen von Laura Wunderlich-Metelmann

Die 46-jährige Hamburgerin Laura Wunderlich-Metelmann wuchs in einem Elternhaus auf, in dem Kunst und Ästhetik den Alltag prägten.
Das Leben in der steten Nachbarschaft des Kunstbetriebes, in den ihre Mutter, Karin Székessy, als erfolgreiche Fotografin und natürlich ihr Vater, Paul Wunderlich, als Maler und Grafiker von europäischem Rang eng verwoben waren, bot Inspiration und Einblicke. Familie war für Paul Wunderlich nicht nur ein bestimmendes Thema seiner bildnerischen Arbeit – die enge Bindung und der Austausch mit seiner Tochter Laura und deren Familie war ihm sehr wichtig. Er war Laura auch nach ihrem Kunststudium Mentor und Kritiker, aber auch Impulsgeber in den Jahren, in der die eigene Familiengründung Lauras künstlerische Arbeit in den Hintergrund drängte. Seit dem Tod des geliebten Vaters widmet sich Laura Wunderlich wieder regelmäßig der Malerei. Der Einfluss ihres Mentors ist unverkennbar. Sujets und der manieristisch geprägte Malstil sind Zeugnis der elterlichen Schule.

Sie hat das Erbe des Vaters angetreten. Die handwerkliche Perfektion und unterkühlte Ästhetik werden durch eine weibliche, intuitive Herangehensweise gebrochen. Lauras Arbeiten muten wie Alltagsfluchten an. Sie reflektiert in ihnen eigene Ängste und Befindlichkeiten, taucht ein in innere Traumwelten – „malt sich Dinge von der Seele“.
Noch sind es „Tochter-Bilder“, die sehr neugierig machen auf die weitere Entwicklung dieser jungen Künstlerin.

Der Freundeskreis Paul-Wunderlich-Stiftung präsentiert ihre Arbeiten als Sonderausstellung im Kuppelsaal des Paul-Wunderlich-Hauses mit dem mehrdeutigen Titel „FRAUENZIMMER“.
Die kleine Werkschau wird ergänzt durch von Karin Székessy inszenierte Fotos von Künstlerpuppen aus dem Œvre ihrer Tochter.

18 Uhr – Schauspieler-Lesung mit Leslie Malton & Felix von Manteuffel

„Dein Hund – dein Mönch“ aus dem Briefwechsel zwischen Anton Tschechow & Olga Knipper

„Unser Leben hat doch gerade erst begonnen”, schreibt die deutsch-russische Schauspielerin Olga Knipper im Herbst 1904 an ihren bereits verstorbenen Mann, den Schriftsteller und Arzt Anton Tschechow. Wie sollte sie auch aufhören zu schreiben? Waren doch ihre intensiven Liebesbriefe das zu Lebzeiten bestens erprobte Mittel, Trennungen zu überwinden.
Fünf Jahre, zugleich die letzten Lebensjahre Tschechows, waren sie ein Liebespaar. Olga hatte ein Engagement am Moskauer Künstlertheater und spielte in allen Hauptdramen Tschechows tragende Rollen. Tschechow war Star-Autor des Theaters – konnte aber wegen seiner Tuberkulose selten vor Ort sein. Er verbrachte die meiste Zeit wegen des milden Klimas in Jalta auf der Krim. So entstand ein ungewöhnlicher, hochpoetischer Briefwechsel.

Die Korrespondenzen sind zuallererst Liebesbriefe. Launige, komödiantische Briefpartien und übermütiges Liebesgeplänkel einerseits – schmerzvolle Sehnsucht, tiefe Besorgnis und Verunsicherung andererseits.
Sie sind aber auch der Dialog zweier Künstler, die am selben Werk arbeiten: Es finden sich kritische Bemerkungen über Schauspieler und Regisseure, Theaterklatsch sowie Angaben über Tschechows Stücke bis hin zu konkreten Regieanweisungen.
Diesen Dialog der Liebenden gestaltet das Schauspielerehepaar Leslie Malton und Felix von Manteuffel – das selbst nur zu gut weiß, was Trennungen bedeuten, führt ihr Beruf sie doch oft genug in entgegengesetzte Richtungen.

18.3.2018, 18 Uhr / Einlass 17.30 Uhr | Plenarsaal im Paul-Wunderlich-Haus | Karten zum Preis von 15,- € erhalten Sie unter www.public-tickets.de, in der Tourist-Information, Steinstraße 3 und telefonisch über 03337/425730.